Südkorea lässt nur Österreicherin fahren!

Am Schlusswort des letzten Blogs sei hier noch einmal anzusetzen. Von all unseren Fahrerinnen ist nur die Österreicherin mit europäischem Nummernschild in Südkorea fahrberechtigt. Doch auch diese Aussage ist so nicht ganz korrekt und muss präzisiert werden. Anita durfte ihre Route nicht frei wählen: Wenige Kilometer nachdem sie auf ihrer Honda den Hafen von Donghae verlassen hatte, wurde sie dazu verdonnert, einem Konvoi zu folgen.

Anita in Südkorea

Faktisch kann und konnte also keine unserer Fahrerinnen ihre Fähigkeiten auf den Strassen von Südkorea unter Beweis stellen. Ein Schlag ins Gesicht war diese Nachricht ganz besonders für die Schweizerin Isa. Nach langer und intensiver Auseinandersetzung und Vorbereitung hatte sie sich so sehr auf die Herausforderung gefreut. Unverständnis war gerade das Einzige, was ihr übrig blieb. Geteiltes Leid: Auch Grizzly und die Rennleitung mussten in Anbetracht dessen einmal leer schlucken.

Gibt es für das Walten der südkoreanischen Behörden haltbare Motive oder gründet die Selektion auf blosser Willkür? Bislang einziges Statement: Die Genfer Konvention, welche die Schweiz nicht unterzeichnet hat. Doch hat sich herausgestellt, dass es sich hierbei um ein Abkommen aus dem Jahre 1949 handelt. Folglich hätte auch Grizzly das Fahren nicht erlaubt werden dürfen. Dass gerade die Politik unseren Bikerinnen sozusagen den Wind aus den Pneus nehmen muss, ist einerseits bedauerlich, andererseits extrem suspekt!

Nun ist jenen, die genau auf den Atlas geschaut haben, vielleicht aufgefallen, dass die Strecke von Wladiwostok über Donghae nach Seoul in den Breitengraden rückläufig ist. Die Idee ist es aber, die Welt zu umrunden und nicht zurück zu fahren. Der Grund hierfür liegt vielleicht nicht gerade auf der Hand, doch ist er simpel. Einzig von Seoul können die Motorfahrzeuge als Luftfracht nach Alaska gebracht werden!

Und in Alaska da befindet sich noch immer Tatiana. Sie tut sich schwer und zögert weiterhin. Dabei beginnt die Uhr bei ihr wieder zu ticken. Denn die erlaubte Aufenthaltszeit an einem Start- oder Abflugort beträgt sieben Tage. Wird dies nicht eingehalten, so wird die Fahrerin vom Wettbewerb disqualifiziert.

Keinen Halt macht Faith. Obschon die Amerikanerin ihrerseits ebenfalls mit Vorurteilen zu kämpfen hatte, scheint sie sich mittlerweile einigermassen gefangen zu haben.

________________

Only the Austrian rider has got a permission to ride in South Korea.

To catch up with the last words of the previous post: From all four riders only the Austrian one with a European plate is allowed to ride in South Korea. But even this statement has to be specified. Anita wasn’t allowed to choose a route by herself: few miles after she’s left Donghae behind on her Honda, she’s been ordered to follow a convoy.

Fact is that none of the drivers could or can prove herself on South Korean streets. Especially for Isa it was a step in the face. After a long period of preparation and arrangements she was very much looking forward to this challenge. Incomprehension was all that’s left. A problem shared is a problem halved: Grizzly and the race leadership had also to swallow on this one.

Are there any solid reasons for the actions of the South Korean authorities or is it pure despotism? The only statement so far: Geneva Convention, which Switzerland didn’t sign. In fact it’s all about agreements of 1949. As an inference from this fact Grizzly shouldn’t have been allowed to ride his bike as well. It’s extremly suspisious and unfortunate that of all possible things politics took the wind out of our rider’s tires.

For those who took a closer look on the map  ̶  it might have caught your eye that on the path between Vladivostok and Donghae the latitude is reversible. But the point of this project is to ride around the world and not to move back. The explanation might not be that obvious, but it’s simple. Seoul is the only place down there that can move the bikes on the airway to Alaska.

And Tatiana is remaining in Alaska waiting. She’s still hesitating and has her difficulties. Though her clock starts ticking again soon. The approved time stop pedriod at any departure or arrival point is seven days max. If the rider can’t meet this deadline she’s going to be disqualified.

Faith doesn’t stop. She had to fight her prejudices, but meanwhile she seems to have pulled herself together.